Hyper Hype. Freue dich auf dieses Game… Jetzt!

Jeder kennt es, wenn der Hype-Train vom Bahnhof abfährt. Gerade in der Welt der Medien ist der Hype omnipräsent. Im Bereich der Videospiele ist das generieren von Hype schon als Essenziel an zu sehen. Vor allem wenn es um die großen AAA Spiele geht, muss man als Publisher Hype erzeugen können. Man muss zusehen, dass die Gamer am besten sofort ihre Geldbeutel zücken nach dem Motto >>Take my Money!<<.

Die Methoden um dies zu erreichen sind leider nicht immer ohne Beigeschmack. Darüberhinaus kann ein Spiel, das sich erst noch in einer frühen Entwicklungsphase befindet, den Hype nicht mit einer klasse Spielbarkeit, großartigem Leveldesign oder einer bombastischen Story generieren. Wie denn auch? Das Spiel ist ja noch nicht mal erschienen. Wie entsteht dann aber der so genannte Hype zu einem Spiel, bei dem man höchstens einen Teaser gezeigt hat? Dazu habe ich mir einige Gedanken gemacht.

Hype steht für: Hype, englische Kurzform aus hyperbole „Übertreibung“

Wikipedia

Fanbase FTW

Nehmen wir als Beispiel Knights of the old Republic dessen Remake im September 2021 angekündigt wurde. In diesem Teaser ist an sich nichts großartig zu sehen ausser dem Sith Darth Revan. Dazu eine Erzählstimme sowie die typische Star Wars Fanfare. Wie sich das Remake spielt, was es alles neu und anders macht oder wie es überhaupt aussieht, davon weis man nichts. Trotzdem erzielte dieser kurze Teaser einen unglaublichen Hype. Warum ist das so? Das liegt vor allem an der riesigen Fanbase des Originals und an den Star Wars Fans allgemein. Hier wird ein geliebtes und beliebtes Spiel neu belebt und Erwartungen werden geschürt. Es baut Spannung auf und die Neugier nimmt überhand.

Die Fanbase ist ein essenzieller Bestandteil wenn es um das generieren von Hype einer bestehenden Marke geht. Allerdings ist es auch das sprichwörtliche Spiel mit dem Feuer. Durch die hohen Erwartungen, die bewusst an die Fans weitergetragen werden, legt man die Fallhöhe extrem hoch. Sollte das Spiel nicht den hohen Erwartungen gerecht werden, wird es schneller in seine Kleinteile zerlegt als man „Jedi“ sagen kann. So z.B. geschehen bei Warcraft 3: Reforged oder Command & Conquer – Tiberian Sun. Eine Fanbase, gerade von altehrwürdigen Franchises eines KOTORS oder Warcraft, enttäusch man am besten nicht. Denn der Zorn der Anhänger wird fürchterlich sein. Von Review-Bombs über Hate-Speech in den Sozialen Medien ist alles dabei. Der Imageschaden kann sogar so weit gehen, dass sich traditionelle Firmen wie Blizzard, die in ihrer Prime als unantastbar galten, nie wieder so richtig davon erholten und ein großer Teil ihrer Fanbase verloren.

Wie man sieht, ist das ganze ein zweischneidiges Schwert. Doch um die mittlerweile wahnsinnig hohen Produktionskosten und Marketingausgaben wieder rein zu bekommen, braucht es eine riesige Absatzmenge des Produktes. Und dies wird nur erreicht, indem jeder heiß auf das Spiel wird und es kauft. Am besten noch mit Seasonpass. Und das erreicht man am besten mit einer gehörigen Portion Vorfreude beim Endkunden.

Star Wars – Knights of the old Republic Remake

Die Sache mit den Influencern

Falls sich dann doch nicht der gewünschte Hype auftut, helfen Publisher gerne mal nach und lassen ihr Produkt von so genannten Influencer und Let’s Player präsentieren. Dafür werden beliebte Plattformen wie YouTube, Instagram oder auch Twitch genutzt. Die Sache ist recht simple. Der Publisher schickt dem Influencer, der idealerweise schon seit langem im Geschäft ist und sich eine gehörige Anzahl an Follower generiert hat, das neue Game vorab zu, schreibt ein paar Bedingungen, die eingehalten werde müssen, hinzu und die Kohle landet entweder vor oder nach dem Post / Video / Stream in kürzester Zeit auf dem Konto. Dazu hat der oder die lieben Influencer:innen einige nette Worte über das Spiel verloren während die Fangemeinde gespannt beim Let’s Play zusieht. Und schon spürt man dieses „Das muss ich haben“ Gefühl. Basiert natürlich auch wieder auf einer Fanbase, jedoch diesmal auf die Fanbase einer „bekannten“ Person.

Leider ist es jedoch oft so, dass die Leute, die diese Spiele auf ihren Kanälen präsentieren sollen, nicht im Sinne der Fans / Konsumenten für das Spiel werben, sondern für ihren eigene Geldbeutel. Es ist letzten Endes keine Empfehlung sondern einfach nur Werbung. Leider „vergessen“ Let’s Player oder Influencer oft genug das alles auch als Werbung zu kennzeichnen. Dabei entsteht bei den Fans oft der Eindruck, dass es sich um die persönliche Meinung ihres „Lieblings“ handelt. Das gibt der Sache dann eben leider diesen faden Beigeschmack um für ein Spiel die nötige Aufmerksamkeit zu generieren. Muss aber nicht zwangsläufig bedeuten, dass das nur so passiert. Auch präsentiert nicht jeder Influencer / Let’s Player jedes Spiel. Letzten Endes ist auch das ein beliebtes Mittel der Publisher, einen Hype für ihr Produkt zu generieren.

Influencer und Let’s Player tragen zum Hype bei

Die Titelstory…

Ich gehe einfach mal davon aus, dass die Meisten, die diesen Beitrag lesen, auch andere Blogs / Magazine / News-Seiten verfolgen. Auch soll es tatsächlich noch Leute geben, die Zeitschriften und Magazine in Papierform oder z.B. auf Readly lesen (Ich liebe Papier-Magazine). Dort erscheinen regelmäßig so genannte Titelstorys, in denen ausführlich über die, hauptsächlich, großen Titel geschrieben wird. Zum einen weil bereits ein Hype entstanden ist, zum anderen, und da wird es wieder Geschäftlich, weil bestimmte Publisher bzw. Firmen auch mal ein wenig was springen lassen wenn gerade ihr kommender Blockbuster einen großen Bericht erhält. Das ist ein offenes Geheimnis und wird schon seit Jahren zu Recht kritisiert.

Es wird zwar immer wieder von Seiten der Herausgeber darauf plädiert, dass die Leser und Spieler genau diese Storys über die kommenden Highlights lesen wollen, was auch so sein mag, jedoch sei die Frage gestellt, warum immer nur die großen Fische im Becken schwimmen dürfen? Über beispielsweise ein Hades, Celeste oder Hollow Knight hat man im Vorfeld nie eine Titelstory lesen dürfen. Das diese drei Titel von eher kleineren Indie-Studios stammen ist natürlich reiner Zufall (…oder so…). Ein Schelm wer böses denkt. Jedoch gibt es auch Magazine die anders ticken. Weshalb ich nicht alle Magazine über einen Kamm schere.

Auch heute noch haben Artikel in Zeitschriften oder Online-Magazinen großen Einfluss auf die Spieler

Ist Hype etwas schlechtes?

Hype kann natürlich etwas positives sein. Sich auf ein Spiel zu freuen ist auch eine wirklich tolle Sache. Erinnern wir uns doch einmal an unsere Kindheit zurück. Ich weis noch genau wie ich bei Freunden zugesehen habe wie sie das neueste Spiel bei sich gespielt haben und ich sofort Feuer und Flamme war. Bestes Beispiel ist in dem Fall Street Fighter 2 für das SNES. Allein zu sehen wie es mein bester Kumpel gezockt hat, hat mich dazu bewogen mein ganzes Taschen-, Weihnachts-, und Geburtstagsgeld für ein SNES, einen zweiten Controller und Street Fighter 2 zu sparen.

Ich war damals eben gehyped obwohl dieses Wort damals nicht geläufig war. Auch die damaligen Magazine haben mir oft Lust auf ein Spiel gemacht. Wie oben beschrieben, ist es eine Möglichkeit die ein Magazin hat um Hype aus zu lösen. Trotzdem ist das Gefühl heute ein anderes. Das Gefühl des Aufdrängen kommt, zumindest bei mir, immer wieder hoch wenn ich auf YouTube, Social-Media oder Online-Magazinen unterwegs bin. Nach dem Motto: „Wer das nicht Spielt hat keine Ahnung.“ Das ist aber der Hype den keiner Braucht.

Jeder Publisher möchte natürlich sein Spiel so vielen Spielern und so schnell wie möglich anpreisen. Völlig verständlich, da viel Geld dahinter steckt. Doch genau das ist der Punkt für mich. In der Vergangenheit hatte ein „Hype“ etwas ehrliches. Es hat sich unschuldig angefühlt. Heute ist es das Gefühl, als ob eine zwielichtige Person an der dunklen Ecke steht um dir komisches Zeug zu verticken. Wie bereits geschrieben, ist Hype nicht partout etwas schlechtes, jedoch muss man auch nicht jeden Hype mitgehen. Das kann einen den Spaß, um den des in unserem liebsten Hobby geht, ganz schnell zur Randfigur werden lassen. Ich hoffe du verstehst was ich meine und ich rege dich zum nachdenken an.

In diesem Sinne, cheers.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s